Schiffe retten
Ein Browserspiel, das den Spieß umdreht: nicht versenken, sondern finden. Wer die Seenotleitstelle übernimmt, sucht fünf Boote gegen die Uhr und wird am Ende gebeten, für die zivile Seenotrettung zu spenden.
»Schiffe versenken« ist das Spiel, in dem Treffer gezählt werden und Menschen nicht vorkommen. Dieses Projekt dreht die Regeln um: Die Spielenden übernehmen eine Seenotleitstelle im Mittelmeer und suchen fünf Boote mit 240 Menschen an Bord, bevor deren Countdowns ablaufen. Eine Partie dauert etwa fünf Minuten.
Gesucht wird auf einer Seekarte, und jeder Suchlauf kostet Geld. Die Kasse ist von Anfang an zu klein: Wer sie leerräumt, muss einen Spendenaufruf starten und verliert dabei einen vollen Zug, während die Uhren weiterlaufen. Dazu greift ein Ereignisdeck ein – geschlossene Häfen, ungeklärte Zuständigkeit, gesperrte Zonen, festgesetzte Schiffe, kriminalisierte Retterinnen und Retter. Jede dieser Karten beruht auf dokumentierten Vorgängen.
Das Spiel ist nicht fair, und das ist keine Nachlässigkeit, sondern seine These. Alle fünf Boote zu retten gelingt selten, im Regelfall bleibt jemand zurück. Die Pointe zielt dabei stets auf die europäische Abschottungspolitik, niemals auf die Ertrinkenden.
Am Ende jeder Partie stehen die Zahlen des Missing Migrants Project der Internationalen Organisation für Migration: 2.452 Menschen starben oder verschwanden 2024 im Mittelmeer, mehr als 30.000 sind es seit 2014. Daran schließt der Spendenaufruf an.
Gespendet wird über Die PARTEI. Sie behält nichts davon und legt die Hälfte aus der Parteienfinanzierung drauf: Aus 50 Euro werden 75 Euro für Sea-Eye. Was sie dafür aus dem Topf nimmt, fehlt CDU, SPD, AfD und Grünen. Bei der Überweisung ist der Verwendungszweck »Sea-Eye« anzugeben. Sea-Eye e. V. ist Begünstigte dieser Kampagne, nicht deren Absenderin.